Bogen Søndre – ein echtes Paradies
Nach mehreren Jahren, in denen wir uns zusätzlich um eine der besten Fliegenstrecken der Gaula bemüht haben, ist es uns vor einigen Jahren endlich gelungen, auch diesen Beat langfristig zu pachten. Dieses rund 20 Kilometer flussauf von unseren Kernstrecken in Støren gelegene, überwiegend beidseitig befischbare Fliegenparadies ist als eigenständige Strecke besonders attraktiv für Gruppen. Sie bietet ausreichend Platz für vier bis sechs Ruten, die ihre eigene Strecke disponieren möchten. Die Buchung zusätzlicher Ruten in der Rotation ist möglich.

Die Strecke hat eine Anzahl von attraktiven, meist großen Pools, eine Mischung aus Holding Pools, und solchen, die bei unterschiedlichen Wasserverhältnissen die besten Ergebnisse erbringen. Eine ausgezeichnete Unterkunft für Fischer, die es vorziehen, in privater Atmosphäre direkt am Wasser zu wohnen, gehört mit dazu. Es handelt sich um das wahrscheinlich älteste „English House“ im Tal der Gaula. Es wurde um 1837 für englische Fischer gebaut, die mit zu den Pionieren der Lachsfischerei an der Gaula gerechnet werden können. Bereits zu dieser Zeit wurde es das „Englische Haus“ genannt. Es ist direkt am Fluss gelegen, von hier lässt sich ein großer Teil der Strecke zu Fuß erreichen. Das Haus ist umfassend modernisiert worden und hat trotzdem den Charme eines typischen englischen Fischerhauses bewahrt.

Für Gruppen bietet es sich an, eine Köchin zu engagieren (wir können behilflich sein, dies zu arrangieren) oder das Essen vom Støren Hotel zu beziehen. Selbstverständlich ist Hotelunterkunft in Støren und Fischen an für diese Strecke möglich. Der Anfahrtsweg ist gering.

Der untere Teil des Beat BS2 - direkt unterhalb des English House

Bogen Søndre ist wahrscheinlich das älteste „English House“ an der Gaula. Eine gemütliche Unterkunft mit zwei Doppel- und zwei Einzelzimmern, ideal für kleine Gruppen, die ganz unter sich sein möchten.

Blick auf den unteren Teil ds Bogen Sondre-Beats. Im Vordergrund ist der Island Pool zu sehen, darunter dann Svarthölen (Black Pool), und im Hintergrund der Home Pool (House Pool) und die Farm mit dem „Englischen Haus“, direkt am Wasser gelegen.
Blick auf den oberen Teil des Bogen Söndre Beats, hier während des normalen Frühjahrshochwassers. Der sehr lang gezogene Pool gilt als einer der besten Fliegenpools der Gaula, insbesondere bei hohem Wasser. Er bietet ideale Strömungsverhältnisse, sowie Chancen bei jedem Wasserstand. Er lässt sich leicht von der rechten Fluss-Seite aus befischen.
Die Pools

Übersichtskarte
Upper Pool & Road Pool
Dieser berühmte Pool ist einer der besten Hochwasser-Pools des gesamten Flusses. Selbst unter den extremen hohen Wasserbedingungen im August 2003 konnten die Fischer hier einige große Lachse auf Fliege fangen, selbst dann, als das Wasser am höchsten stand. Die meisten anderen Beats oder Pools der Gaula waren bereits lange unfischbar.

Der Pool fischt auch gut bei normalem Wasserstand und sogar ausgezeichnet bei Niedrigwasser im oberen Teil. Dies ist der produktivste Pool des Bogen Søndre-Beats, und er sollte nicht für längere Zeit ungefischt bleiben. Normalerweise befinden sich nicht sehr viele residente Lachse in dem Pool, und die meisten gefangenen Fische befinden wahrscheinlich beim Aufstieg in höhere Flussregionen. Sie ruhen sich eine Weile aus, bevor sie über das schnelle, flache Wasser des Nackens weiter aufsteigen.

Diese Lachse, die sich hier einige Zeit ausruhen, nehmen die Fliege gern, deshalb ist es sinnvoll, diesen Pool regelmäßig zu befischen – denn frische Lachse können jederzeit neu im Pool ankommen!

Unter Hochwasserbedingungen sollte der Pool auf seiner gesamten Länge befischt werden. Man beginnt am Unterstand. Während das Wasser fällt, befinden sich die besten Plätze vor und unterhalb des Unterstandes, ein besonderer Platz ist der „17 kg-Stein“. Die Strecke oberhalb der Stromleitungen ist sehr gut bei Hochwasser und verdient auch unter normalem Wasserstand Beachtung. Das gleiche gilt für den unteren Teil, bzw. den Auslauf des Pools, beginnend unterhalb der Leitungen bis zu dem Punkt, wo der Fluss durch die große Insel geteilt wird. Während der Nachtstunden scheinen die Fische diesen Platz zu bevorzugen und verweilen eine Zeit, bevor sie ihren Aufstieg in den eigentlichen Pool fortsetzen. Deshalb lohnt es sich oft, und gerade in der Nacht, den Weg dorthin zu machen.

Unter Niedrigwasserbedingungen bestehen die besten Chancen am Einlauf des Pools bis zur Hütte. Wenn das Wasser niedrig genug ist, kann man fast bis zur Mitte der oberen Rausche durch das schnelle und weiße Wasser waten und die Standplätze bei dem großen Fels an der anderen Fluss-Seite befischen – ein hervorragender „taking place“ bei niedrigem Wasser.


Der Upper Pool des Bogen Søndre Beats
Island Pool & Black Pool
Eine große Insel teilt die Gaula etwa in der Mitte des Beats. Die Insel besteht hauptsächlich aus Kies und wurde von der Gaula selbst vor vielen Jahren geformt. Obwohl beide Flussarme beinahe die gleiche Wassermenge führen, scheinen alle Lachse auf der Nordseite aufzusteigen. Beide Flussarme sind nicht sehr tief, Lachse halten sich in ihnen nicht für längere Zeit auf, mit Ausnahme des untersten Stückes im nördlichen Strom. Dieses kurze Stück ist allerdings nicht selten der allerbeste Platz bei niedrigem Wasser und kann leicht mit kurzen Würfen befischt werden.

Um die Insel zu erreichen, muß man den südlichen Strom durchwaten. Dies ist nur bei niedrigem Wasserstand möglich, und dann nur in der oberen Hälfte. Der NFC hat hier ein Boot platziert. Damit ist der Zugang zur Insel nicht nur erleichtert, sondern auch bei höheren Wasserständen möglich.

Wir wissen, dass auch die Engländer, welche Bogen Søndre ab ca.1820 befischten, ein Boot benutzten. Da mit dem damaligen Angelgerät die Bootsfischerei generell an den meisten Pools notwendig war, wissen wir nicht, ob damals von der Insel gefischt wurde. Alte Quellen die den Pool als Svarthølen oder Black Pool bezeichnen, deuten jedoch darauf hin, dass eine zumindest ähnliche Fluss-Struktur wie in heutiger Zeit bestand.

Der Pool kann leicht mit einer Einhandrute befischt werden, vorausgesetzt, man hat genug Backing auf der Rolle. Ist man gezwungen, dem Fisch zu folgen, ist das Boot sehr hilfreich. Verzichtet man auf die Benutzung des Bootes, muss man sich in einem solchen Fall das kurze Stück bis ans Ufer schwimmend treiben lassen. Weil das hiermit verbundene Erfolgserlebnis für den betroffenen Fischer einmalig ist, scheint es häufiger vorzukommen, das die Lachse sich nicht traditionell landen lassen… Es ist ein Vorteil, einen Begleiter in der Nähe zu haben, dann ist die Nutzung des Bootes in einer solchen Situation einfacher.



Rocky Moran mit einem schönen Lachs aus dem Upper Pool
House Pool
Eine starke Rückströmung formt sich am Treffpunkt der beiden Teilströme nach der Insel. Hier beginnt der im oberen Teil sehr tiefe Lower Pool.

Die Rückströmung kann mit der Fliege nicht befischt werden. Sie endet unterhalb des Unterstandes, und hier sollte man anfangen watend zu fischen. Auch hier kann es von Vorteil sein, unser Boot zu benutzen. Mit dessen Hilfe ist es möglich, die Rückströmung, die zu tief zum Waten ist, zu überbrücken und direkt die attraktive Hauptströmung zu befischen. Ein einzelner Fischer kann das Boot ankern und es stückweise weiter nach unten verlegen, nachdem systematisch abgefischt wurde. Oder man fischt zu zweit, und einer rudert immer. Natürlich ist hier ein Guide besonders hilfreich. Zwischen dem großen und dem kleineren Felsen am anderen Ufer befindet sich ein guter Standplatz.

Je weiter man im Pool stromab nach unten kommt, wird das Waten und Werfen immer einfacher. In der Mitte des Flusses sind einige große Steine, welche vor einigen Jahren hier platziert wurden, etwa in Höhe der Parabolantenne. Dies sind gute Standplätze, sie sollten aber sehr vorsichtig befischt werden. Der Auslauf des Pools ist flach und wird am besten nachts befischt, wenn die Fische am wenigsten scheu sind. Dieser Bereich kann ab Juli auch sehr gut für Meerforelle sein.

Barrie Welham befischt den Home Pool des Bogen Søndre Beats.

Der untere Pool fischt am besten bei normalem Wasserstand. Als Faustregel kann gesagt werden, dass die Fische mit höherem Wasser immer näher ans Land kommen. Dies bedeutet, dass sich die Fische bei hohem Wasser zwischen Flussmitte und Südufer befinden, bei normalem Wasserstand etwa in Flussmitte und bei niedrigem Wasser näher zum nördlichen Ufer. Der Pool hält eine bedeutende Anzahl von residenten Lachsen während der gesamten Saison, besonders in der oberen Hälfte.

Reppe Pool
Die Fischer von Bogen Søndre können den oberen Teil des Reppe Bridge Pool von der Südseite aus fischen. Der nördliche Teil wird von den Grundeigentümern nur privat genutzt. Das Fischen von der Südseite ist etwas schwieriger, da die starke Strömung hier nahe ans Ufer drückt. Aber mit der richtigen Technik (ständiges Menden) ist dies immer einen Versuch wert. Die Chancen sind allerdings am besten bei Niedrigwasserbedingungen.


Zum Abschluss noch ein Statement unseres langjährigen Guides Simon Kitcher zu ein erfolgreichen tag am Bogen Söndere Beats.

One Day at Bogen Söndre...
It is Friday. The rain has stopped and with it will come our fish, the news on the bush telegraph is of numbers of fish passing through the lower river, not stopping, pushing on to the middle and upper river. It is not unusual for these year groups of 2 SW fish to travel in discrete pods; it is one of the many rhythms of the Gaula that become ingrained in the psyche as a result of many summers spent on the cobbles and gravels that form the banks and bars of the river which has become a part of me. The water is not so noisy now, a cognac colour with the flecks of silica released through the erosive power of the Gaulas's flood sparkling a deep burnished gold in the midsummer sunlight.

The river rips and roars down the long riffle from Kotsoy bridge, falling into Bogens Top Pool in a smooth ruffle. The stones in the neck take the power from the stream, here the salmon will wait, rest, comfort and reassure themselves as to their proximity to their home pool which lies high up in the wild headwaters of the narrow gorges of the upper river. The pool stretches away in a gentle curve nearly 800 meters long, the river diffusing its power onto the high bank opposite. At the taking place the pool is some 20 metres wide, not a long cast but line control is critical, the fly must hang here, swim over the stones reminding the fish of their ocean home to provoke that feeding instinct. The banks are a blaze of green in every shade and permutation, alder birch and aspen shake their leaves in a shimmering breeze, vetches, bladder campions and ragged robin provide a palate of yellows, crèmes, pinks and reds. On the steep hillside opposite firs and pines provide a darker green, highlighting the crags of metamorphic gneiss and schist.

Completely undisturbed in the middle of a fantastic landscape: Nick Bryant with a Salmon from Svarthölen

I take a firm grip onto the wrist of my fisherman as we enter the stream. The power of the flow increasing as we feel our way to the middle of the pool. I take a step back and upstream of the fisherman, I watch the slight tremble in his hand as he strips the line off prior to the first cast, he senses it too. The Silver Blue lands millimetres from the rocks on the far bank, an instant mend using the purchase of the water to reposition the line without moving the fly; the leader swings into the main current and another mend finishes the job.

The line passes over the stones; I know that the fly is still a metre to the left and in the laminar flow so friendly to salmon and those who desire them. A tiny movement on the surface and the fish is on the reel as the line darts in a stabbing zig- zag down into the torrent, the fisherman is still digesting both the series of events that have occurred in the previous two seconds and the realization that my confidence in the morning was indeed well founded, we smile noiselessly at each other.

In the evening we fish in the Island Pool, wading carefully over the round cobbles marvelling at the lung capacity of the willow warblers and chiff-chaffs that sing seemingly without ceasing from late May to mid July. At the head of the pool we pause long enough to put a Dunkeld tube onto the short leader in front of the sink-tip. The fisherman begins to cast, lengthening out before placing the fly in against the bedrock which lay under the Devensian ice for millennia; a resting place for salmon since the ice flowed back into the oceans releasing the valley back to the life which lives within and without the river. This time the fish takes slowly, the loop has gone and the fisherman wants to lift the rod; I suggest he waits a few second longer, feel the weight. Three revolutions of the reel turns into many, the fisherman looks across and I nod. The hook is set, the fish however is flap-jacking into the big House Pool and distance becomes an issue. Decisions must be made or the fish will empty the reel, it is an experience I have learned to avoid. I suggest we swim the shallow channel across to the bank of the bottom pool. The fisherman looks sceptical but convinced.

We plunge in to the channel, the fish is jumping high in the air 100 metres away, we swim a short distance before feeling bottom and stagger out rod held high onto the fine white sand. The fight is long and character building for us both, we feel many things that are not described by words; words are few as we halt the fleeing fish at the rapid below the English house. We have won.

We say very little, it has taken an hour. Together we climb through the birdsong into the clover field in front of the house. It is eleven o'clock. We squelch silently across to the house, the fish is 23 pounds and liced. We feel the spirit of the Englishmen who built the house in the 1850's; and understand why the house stands at Bogen Sondre. In the morning the fish will stand under the wires, resting before moving to the top pool after their struggle through the torrent that descends into the Island Pool.

Tomorrow, but first we must drink to the spirit of the fish; amongst friends in a place where the world cannot find us. Then we must sleep, and dream of what has been and what blessings may await us when we awake.

Simon Kitcher, NFC-Guide